Lungenfunktionsförderung

Lungenfunktionsförderung – wenn uns die Luft wegbleibt

Lungenfunktionsförderung – Die Atmung ist für uns so selbstverständlich wie gutes Sehen, fließendes Wasser, elektrischer Strom oder eine stabile Internetverbindung. Erst wenn etwas nicht mehr funktioniert, merken wir, wie abhängig wir davon sind.
Die Lunge ist die große Luftpumpe in unserem Körper. Sie versorgt über die Blutbahnen jede einzelne Zelle mit Sauerstoff. Zu wenig Sauerstoff schwächt unsere Leistungsfähigkeit, ohne Sauerstoff würden wir sterben.

Lungenfunktionsförderung – Aber wie gelingt ihr das eigentlich?

Der rechte und der linke Lungenflügel sind im Brustkorb eingebettet, sie sind umgeben von den Rippen und liegen auf dem Zwerchfell. Zwischen den Lungenflügeln befindet sich das Herz. Es ist über die Lungenarterie direkt an die Lunge angeschlossen und transportiert Sauerstoff über die Arterien in den gesamten Körper. Das sauerstoffarme Blut wird anschließend über die Venen in das Herz zurückbefördert, wo ein Austausch stattfindet und das Blut wieder mit Sauerstoff „geladen“ wird. 

Zum Einatmen (Inspiration) benötigt die Lunge die Anspannung der Atemmuskulatur. Sie vergrößert Brustkorb und Lungenflügel und erzeugt so einen Unterdruck. Die Luft, die wir einatmen, wird angezogen. Das Ausatmen (Exspiration) erfolgt einfach durch die Erschlaffung dieser Muskeln.

Atemmuskulatur und Atemhilfsmuskulatur

Das Zwerchfell (Diaphragma oder „Atemmuskel“) ist der wichtigste Muskel der Atemmuskulatur. Es trennt Brustraum und Bauchraum. Zwischen den Rippen spannen sich die inneren und äußeren „Interkostalmuskeln“ (inter lateinisch= zwischen, costa lateinisch = Rippe). Auch sie zählen zur Atemmuskulatur.

Die Atemhilfsmuskulatur unterstützt die Lunge bei einer verstärkten Atmung, beispielsweise beim Sport, Husten oder Singen. Sie besteht aus weiter außen liegenden Muskeln des Halses, der Brust, des Bauches und des Rückens. Sie helfen sowohl bei der Ein- als auch bei der Ausatmung.

Bei einem gesunden Menschen werden die Atemhilfsmuskeln in Ruhestellung kaum benötigt. 

Lungenfunktionsförderung – wenn die Lunge krank ist

Es gibt vielfältige Krankheitsbilder, die der Lunge schwer zu schaffen machen:

  • COPD (englisch chronic obstructive pulmonary disease = Chronische obstruktive Lungenerkrankung)
  • Asthma
  • Mukoviszidose
  • Allergien
  • Lungenkrebs
  • Lungenemphysem
  • Lungenfibrose
  • Lungenentzündung
  • Tuberkulose
  • Infektionen

Menschen mit Lungenbeschwerden haben oft das Gefühl zu ersticken und die körperliche Leistungsfähigkeit geht verloren. Die Atemmuskeln sind nicht mehr in der Lage, selbstständig ihren Job zu machen und brauchen unsere Hilfe. Die Atemhilfsmuskulatur muss gestärkt werden.

Wir Ergotherapeuten sind bestens ausgebildet, um mit unseren Patienten Atemtechniken zu trainieren und gezielt die Atemhilfsmuskeln zu stärken. Wir schulen bewusstes Atmen sowohl im Ruhezustand als auch in Bewegung, damit Sie besser Luft bekommen. Wir üben mit Ihnen spezielle Techniken ein, mit denen Sie im Alltag Notfallsituationen gelassen entgegenwirken und Ruhe finden können. 

Wir studieren das „Gehen und Treppensteigen“ mit der richtigen Körperhaltung und Atemtechnik mit Ihnen ein, Sie lernen mit uns, sinnvoll zu inhalieren und Schleim effektiv abzuhusten. 

Und natürlich trainieren wir mit Ihnen Ihre Atemhilfsmuskeln. 

Lungengymnastik – das Powerprogramm

Wir mobilisieren in einzelnen Trainingseinheiten die Muskeln Ihres Brustkorbs, steigern Ihre Grundkondition und Ihre körperliche Belastbarkeit. So nehmen Sie Ihre Atmung bewusster wahr, die Kraft der Atemmuskeln wird gestärkt, Ihre Atmung wird vertieft. Wir erarbeiten mit Ihnen Entspannungstechniken, um Paniksituationen im Alltag und Atemnot bei Belastungen zu verhindern.

Hier gilt: Kneifen geht nicht und Schonung hilft nicht, wenn wir gemeinsam Ihre Lebensqualität verbessern wollen. Allerdings benötigen wir für diese Therapie die Einwilligung Ihres Arztes und Ihre Mitarbeit.

Wir wissen um die Ängste, wenn man keine Luft mehr bekommt. Wir schauen uns all Ihre Befunde sorgsam an, besprechen uns mit Ihren Ärzten und werden den idealen Therapieplan ermitteln, bevor die Atemnot Ihr Leben ausbremst.

Die wichtigste Hilfe für Ihre Lunge ist und bleibt: Halten Sie sich in Bewegung und rauchen Sie nicht!

Haben Sie Fragen oder wünschen einen Termin zur Lungenfunktionsförderung? Schreiben Sie uns über unser Kontaktformular oder rufen uns unter 021614000660 an.